Die Kunst der Abstraktion beginnt dort, wo das Licht die Form befreit.
Oft sind es die vertrautesten Gegenstände, die uns die grössten Geheimnisse offenbaren – wenn wir bereit sind, den Blickwinkel zu ändern. Für meine Serie «Gewebe des Lichts» richtete ich den Fokus auf einen besonderen Fund: eine antike Lampe mit einem kunstvoll gehäkelten Schirm. Doch mein Interesse galt nicht dem Objekt als solchem, sondern der Seele des Materials.
Topografie der Zeit: Wenn Material zur Landschaft wird
Mein Ziel war es, nicht die Lampe als Möbelstück zu dokumentieren, sondern die Materialität und die eingeschriebene Geschichte sichtbar zu machen. In der Nahaufnahme verwandelt sich das Gewebe in eine abstrakte Landschaft. Hier wurde das Alter des Textils zum entscheidenden Akteur: Feine Fasern und winzige Härchen, gezeichnet durch die Jahrzehnte, treten im Gegenlicht hervor und verleihen der Komposition eine fast organische, lebendige Tiefe. Es ist die Suche nach einer puren Geometrie, die im Alltäglichen verborgen liegt.
Die Auflösung der Kontur: Licht als formgebendes Element
Um das statische Objekt in eine atmosphärische Erscheinung zu transformieren, nutzte ich ein bewusstes Spiel mit Farbtemperaturen. Durch den gezielten Einsatz einer steuerbaren Lichtquelle lösen sich vertraute Konturen auf. Farbiges Licht und Schatten verleihen der Form eine neue Dynamik und Tiefe. Es ist dieser Moment der Transformation, der das Gewöhnliche in das Aussergewöhnliche übersetzt.
Jenseits des Offensichtlichen
Ich bin überzeugt: Sobald sich die gegenständliche Form auflöst, beginnt die Freiheit der Interpretation. Ich lade Sie herzlich ein, Strukturen zu entdecken, die atmen, und Licht, das fliesst. Besuchen Sie die Serie Gewebe des Lichts in meinem Portfolio und entdecken Sie die verborgenen Facetten, die erst im Detail spürbar werden.




